Wissens-Management braucht Tools UND Kultur

Eine aktuelle Umfrage unter Entscheidern im Personalwesen belegt Schwarz auf Weiß: Fehlendes Wissen und unzureichende Informationsweitergabe drücken die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entsprechendes gab eine überwältigende Mehrheit von 81 Prozent aller Befragten zu Protokoll.

 

Fleißarbeit ohne Garantie

Das kommt nicht wirklich überraschend. Die Gründe für den Missstand sind altbekannt: Mancher Mitarbeiter pflegt sein Wissensmonopol, weil er in Zeiten der Rationalisierungen und Entlassungen fürchtet, sich sonst austauschbar zu machen. Erschwerend kommt hinzu, dass vielen Unternehmen über keine leistungsfähigen, zentralen Tools für den Austausch von Informationen und Wissen verfügen. Die Recherche nach Vorgängen und Informationen im Unternehmensarchiv gerät so schnell zu einer erheblichen Fleißarbeit ohne Erfolgsgarantie.

 

Risiko Informationswüste

Offenkundig wird das Problem meist erst im „Ernstfall“, etwa wenn Kolleginnen und Kollegen länger abwesend sind. Selbst, wenn es eine Vertretungslösung gibt, ist es für den abgestellten Kollegen häufig unmöglich, anhand eines Papierarchivs oder der Aufzeichnungen des oder der zu Vertretenden die Informationen zu ermitteln, die gerade benötigt werden. Die Folge: Vorgänge bleiben liegen oder werden falsch bearbeitet, Kunden werden verärgert. Dieser Befund wird nochmals extremer, wenn ein Mitarbeiter – so etwas soll vorkommen – das Unternehmen ganz verlässt und eine „Informationswüste“ zurückbleibt.

 

Bereitschaft als Basis

Allerdings wäre es falsch, in einem Enterprise Content Management System das alleinige Allheilmittel zu sehen. Denn mit ihm stellt man zwar ein äußerst leistungsfähiges Tool bereit, das den Austausch von Informationen und das Teilen von Wissen prinzipiell ermöglicht. Die Bereitschaft hierzu muss allerdings an der Basis gegeben sein.

 

Vorbild Chefetage

Nachhaltigen Erfolg verspricht ein solches Tool daher nur, wenn Wissens-Management fest in der Unternehmenskultur verankert ist. Hier sind Geschäftsführung und Personaler gefragt: Warum glauben Mitarbeiter überhaupt, sie müssten sich durch Wissensmonopole unverzichtbar machen? Wieso hat das Einzelkämpferprinzip Vorrang vor dem Team-Gedanken? Läuft vielleicht etwas falsch in Sachen Vertrauensbildung? Auf diese Fragen gilt es ehrliche Antworten zu finden. Es gilt, Bedenken zu entkräften und eine transparente sowie kooperative Unternehmenskultur vorzuleben – zuallererst in der Chefetage.