Deutschlands IT-Nachwuchs ziert sich

IT-Nachwuchs

80 Prozent der hierzulande Befragten sehen in der Digitalisierung einen wichtigen Bestandteil ihres Lebens. Doch nur wenige Digital Natives möchten ihr berufliches Glück in der ICT-Branche suchen: Gerade einmal 13 Prozent können sich das vorstellen, aber satte 33 Prozent schließen es kategorisch aus. Fast jeder Zweite hat noch keine Entscheidung gefällt. Die Gründe? Mangelndes Interesse an den Themen sowie das Gefühl, für diese Branche nicht die richtigen Fähigkeiten und Talente zu besitzen.

 

Umfrage unter 6.000 jungen Menschen

Das ist das Ergebnis einer vom Vodafone-Institut für Gesellschaft und Kommunikation beauftragten Studie. An ihr nahmen 6.000 junge Erwachsene aus sechs europäischen Ländern teil, davon 1.000 Menschen aus Deutschland.

 

Ergebnis bedenklich

Das Ergebnis wirkt insbesondere vor dem Hintergrund bedenklich, dass der ICT-Industrie als Innovationstreiber und Enabler ganzer Wirtschaftszweige besondere Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland zukommt.

 

ICT-Branche hinkt hinterher

Mit anderen Worten: In einem Land, in dem die traditionellen Industrien auf dem Rückzug sind, in dem mit dem iPhone 6 Verkaufsrekorde gebrochen werden und in dem man mit Industrie 4.0 an der digitalen Revolution der Produktion und damit an einem potenziellen Exportmodell der nächsten Jahrzehnte arbeitet, rangiert die ICT-Branche zu weit hinten, um im europäischen Vergleich mithalten zu können. In Spanien, der Tschechischen Republik und Italien beispielsweise sind über 40 Prozent der Befragten einer Karriere im Informations- und Kommunikationssektor nicht abgeneigt.

 

Digitale Fähigkeiten fördern

Immerhin: Wenn es darum geht, die Führungsrolle Europas in puncto Forschung und Entwicklung digitaler Technologien einzuschätzen, trauen junge Europäer ihrer Heimat zu, andere Regionen abzuhängen. Unter einer Voraussetzung: Europa müsse mehr in die Ausbildung digitaler Fähigkeiten investieren. Deutschland demnach noch mehr, als die europäischen Partner, um den Rückstand aufzuholen.

 

Fazit: Die Politik ist am Zug – doch ebenso die Unternehmen, die frühzeitig das Interesse junger Menschen wecken und sich als attraktive Arbeitsgeber positionieren sollten.